Vor gut 100 Jahren entwickelte sich das heute noch aktuelle Rheinklischee. Viele Besucher strömten damals und auch heute noch in die wunderschöne Rheingegend. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich zu dieser Zeit auch zahlreiche lustige Brettspiele entwickelt haben, die heute noch gerne betrachtet werden. Das Rheinklischee selbst basiert auf „Rhein, Wein, Mägdelein, und dazu noch die Rüdesheimer Drosselgasse mit beschwipsten Zechern“. Dieses Klischee hat sich bei den Besuchern und Touristen schnell entwickelt und wohl auch bis heute gut gehalten. Und gerade dieses Klischee führt zur Entwicklung der farbenprächtigen Brettspiele von damals. Damals wie heute haben sich die Menschen gerne amüsiert und mit solchen Brettspielen war Heiterkeit vorprogrammiert.

Deshalb wird aktuell im Bonner Stadtmuseum in einer Dependance, im Ernst-Moritz.Arndt-Haus eine sehr schöne und faszinierende Ausstellung präsentiert, die sich hauptsächlich mit diesen historischen Rheinspielen beschäftigt. Zu sehen sind über 80 unterschiedliche Brett- und Kartenspiele sowie Quartette. Diese Spiele umfassen einen Zeitraum von 1816 bis ins Jahr 2000. Ein Spiel, die „Rheinreise“ wurde sogar überdimensional in einem Raum aufgebaut, so dass selbst die Besucher sich Schaumstoffwürfel schnappen können, und selbst die schöne Rheinreise mit allen Listen und Gefahren von Mainz bis Köln stromabwärts reisen können.

Ähnlich wie Monopoly wird auch „Die Rheinreise“ gespielt. Bei Monopoly geht man zum Beispiel über Los und bekommt 4000 Moppen, so muss man bei der Rheinreise auf das Feld 21 vorrücken und den Anfang des Loreley-Liedes zum Besten geben. Dafür darf man dann drei Felder weiter nach vorn rücken. Unangenehm wird die Situation nur für diejenigen, die sich mit Gesang etwas schwerer tun: sie müssen zwar nicht komplett nach Mainz zurückreisen, werden dafür aber von allen anderen Mitspielern überholt und fallen um einige Felder zurück.


Wichtig bei allen Rheinspielen ist natürlich der Wein, hier wurde schon hin und wieder ein Feld getroffen, auf dem es dann hieß: „einen Schoppen leeren“. Aber auch politische Themen wurden in den Rheinspielen nicht ausgelassen, sowohl vor als auch nach dem ersten Weltkrieg wurde die Politik immer in solchen Spielen miteingebaut.

Auch die Engländer liebten die Rheinstädte und begründeten erst den wahren Rhein-Tourismus, deshalb gibt es auch ein schönes Reiselustspiel aus England, das die Rheinromantik betont.

(Bildquelle: by_RainerSturm_pixelio.de)

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