Sportfans sind nicht nur leidenschaftlich, sondern auch erfinderisch. Neue Sportarten entstehen fortlaufend, und einige erreichen auch langfristig eine große Beliebtheit. Doch diese Kreativität begrenzt sich nicht nur auf die Sportart selbst. Auch bei den Sportregeln wird es mitunter kurios. Wer sich auf den bekannten Online-Wettplattformen umschaut, der wird dort die ein oder andere neue oder bizarre Sportart finden. Viele dieser Sportarten sind jedoch historisch gewachsen und die Sportregeln beschreiben oftmals Umstände, die den heutigen Zuschauern des Sports überhaupt nicht mehr geläufig sind. Dabei gibt es rund um den Globus eine ganze Menge interessanter Beispiele für kuriose Regeln im Sport.

Was macht eine Sportregel seltsam?
Die meisten Sportregeln erklären sich eigentlich von selbst. Es ist sicher offensichtlich, dass man beim Fußball den Ball nur mit dem Fuß berühren darf. Daher kommt ja schließlich auch der Name. Dass derjenige, der beim Sprint als Erster die Ziellinie überschreitet, der Sieger ist, bedarf keiner großen Erklärung. Doch was ist mit den Sportregeln, die sich auf Anhieb eben nicht so einfach erklären lassen? Eine Regel gilt dann als komisch oder seltsam, wenn sie sich dem Zuschauer nicht sofort erschließt und einer größeren Erklärung oder Ausführung bedarf. Dabei geht es aber nicht nur um Ballsportarten, sondern um die ganze Bandbreite sportlicher Aktivitäten.
Cricket
Wer sich einmal die Top-Nationen ansieht, die stark im Cricket sind, der wird schnell eine Gemeinsamkeit feststellen. All diese Länder sind mehr oder weniger direkt mit Großbritannien verbunden. Und das erkennt man dann auch daran, dass bei einem Testspiel im Cricket eine Teepause von 20 Minuten vorgesehen ist. Noch britischer geht es ja wohl wirklich nicht mehr. Heute trinken die Spieler zwar nicht nur Tee, sondern allerlei andere Erfrischungsgetränke. Aber ursprünglich war die Pause tatsächlich fest für ein Tässchen Tee mit Milch vorgesehen. Auch wenn sich das Getränk geändert hat, die 20 Minuten genießen die Spieler auch heute noch in vollen Zügen.

Rugby
Wahrscheinlich ist Rugby der ergiebigste Kandidat für ulkige Sportregeln. Es gibt wohl kaum eine andere Sportart, wo man den eigenen Teamkollegen in die Höhe stemmen darf, um einen hohen Ball zu fangen. Beim Rugby ist das allerdings gang und gäbe. Hohe Bälle werden auf diese Weise schnell und präzise gefangen. An anderer Stelle ist man aber doch bodenständiger. So ist es einem Spieler zum Beispiel nicht erlaubt, einem Tackle mit einem Sprung auszuweichen. Das würde nämlich die Verletzungsgefahr für den Angreifer erhöhen. Deswegen kann eine Missachtung dieser Regel sogar zu einer Strafe führen, was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint.

Fußball
Auch im Fußball ist es mitunter ein wenig kurios, was so alles in den Regelbüchern landet. Und die berühmteste Regel des Ballsports gehört eigentlich auch zu dieser Kategorie. Die Rede ist vom berühmten Abseits, das bereits zu so vielen dramatischen Momenten im Sport geführt hat. Letztlich besagt die Regel, dass zwischen dem vordersten Angreifer und dem Torwart des gegnerischen Teams noch ein Verteidiger stehen muss, sonst darf nicht nach vorne gepasst werden. Denn so könnte sich ein Spieler immer direkt neben das Tor stellen und auf einen Pass warten. Das wäre dem Spielfluss abträglich, weswegen diese Regel eingeführt wurde. Fast noch wichtiger als die Fähigkeit, Abseits zu verstehen, ist eigentlich die Fähigkeit, Abseits zu erklären.

Tennis
Der Sport am Netz gilt als eine der eleganteren Sportarten. Das Regelwerk tut sein Übriges, um das zu unterstützen. So ist es zum Beispiel so, dass man niemals das Netz berühren darf. Das gilt auch dann, wenn die Berührung auf das Spiel keinen Einfluss haben würde. Wenn also ein Ball über das Netz geht und dann hinter der Auslinie landet, dann ist der Punkt ja verloren. Aber dennoch darf kein Spieler das Netz berühren, solange der Ball noch auf dem Platz ist. Ansonsten verliert man das Spiel automatisch.

Darts
Eine gewisse Erziehung und ein Verständnis von Manieren ist auch beim Darts eine wichtige Sache. Das mag etwas überraschend klingen, denn schließlich ist der Sport oftmals in zwielichtigen Kneipen zu Hause. Doch auf gute Kinderstube wird geachtet. Denn jeder Spieler muss nach seinen Würfen alle Darts selbst wieder vom Brett nehmen. Wenn ein Spieler diese Regel ignoriert, dann droht ihm die Disqualifikation. Man kann sich also nicht auf die Hilfe eines Assistenten oder einer anderen Person verlassen. Die Regeln verlangen ganz ausdrücklich, dass der Spieler hier selbst Hand anlegt. Zwar wird die Regel meist nicht durchgesetzt. Das liegt aber daran, dass sich die meisten Spieler daran halten.

Eishockey
Der Sport auf dem Eis steht ja oftmals eher für wilde Prügeleien in den Schlagzeilen. Denn die sind in verschiedenen Ligen sogar zugelassen, auch wenn meist beide Teilnehmer auf der Strafbank enden. Das ist aber nicht die einzige merkwürdige Sportregel, die es in das Regelbuch geschafft hat. Denn selbst wenn ein Spieler seinen Schläger verloren hat, kann er nach wie vor am Spiel teilnehmen. Er kann Schüsse mit den Kufen blocken, mit dem eigenen Körper und im Notfall sogar mit dem Helm. Wichtig ist nur, dass man den Gegenspieler dabei nicht verletzt.

Neue Sportarten
Manchmal liegt die Eigenart einer Sportart gar nicht in den Sportregeln, sondern in der Anwendung. Wenn man sich zum Beispiel einmal Ultimate Frisbee ansieht, dann werden die Regeln von den Spielern selbst eingeschätzt und angewendet. Es gibt keinen Schiedsrichter und keine Wiederholung. Die Idee ist, dass der Sport auf Fairness und gegenseitigem Respekt basiert. Daher sind die Teilnehmer des Spiels quasi ihre eigenen Schiedsrichter. Das klappt überraschend gut, denn Frisbee ist für die lockere Atmosphäre und den hohen Spielspaß bekannt. Da hilft es natürlich, wenn man bei der Anwendung der nicht so streng ist und stattdessen Fair Play in den Mittelpunkt stellt.
Die Zukunft von Sportregeln
Sport ist so lebendig wie seine Teilnehmer und verändert sich von Jahr zu Jahr. Manche Sportregeln müssen über die Zeit angepasst werden, während andere auch viele Jahre nach ihrer Entstehung ihre Nützlichkeit beweisen. Für den Zuschauer ist das unterhaltsam, da man sich fast in jeder Saison auf etwas Neues freuen kann und der Spielverlauf auch über die Zeit nicht langweilig wird. Deswegen lohnt sich auch fast jedes Jahr eine Zusammenstellung der kuriosen Sportregeln. Denn das Thema erhält mit der Zeit eigentlich sogar fast automatisch immer neue Einträge.







