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Im ganzen Leben gibt es Regeln, wie man sich benehmen soll. Und auch beim Spielen wird oft ausgelost wer beginnen darf. Hier kommen die Abzählreime ins Spiel. Abzählreime nennt man auch Anzählreime. Sie sind Kinderreime und dienen zum reinen Zeitvertreib. Eine zufällige Zuordnung für eine Rolle im Kinderspiel hilft durch diese Abzählreime.

Der Ablauf eines Abzählreims

Bei jedem Wort oder jeder Silbe zeigt der Abzähler nacheinander auf ein anderes Kind. Diese stehen in der Regel im Kreis oder in einer Reihe nebeneinander. Das angezeigte Kind scheidet dann aus, so lange bis der Zweck erfüllt ist.

Bei einem Reim entscheidet meistens der Anfang die Wahl. Kleinen Kindern erscheint das Ergebnis oft unvorhersagbar, da das Rechenvermögen noch nicht so da ist. Es gibt Abwählreime mit Erweiterungen wie zum Beispiel Ene meine muh. Hier wird noch das Alter des Spielers mit hinzugenommen, was wiederum das Ergebnis beeinträchtigt.

Traditionelle Abzählreime

National sowie auch international sind Reime weit verbreitet und haben eine lange Tradition. Durch Reisende, Söldner und Händler können die Reime über die Sprachgrenzen hinweg fremde Elemente enthalten. So wird aus un, deux, trois zum Beispiel ene, dene, dorz.

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Durch die Kindersendung Rappelkiste entstand der Spruch Ene, mene, miste, es rappelt in der Kiste. Ene, mene, muh und raus bist du. Als Schluß nimmt man auch gerne ene, mene, meck, und du bist weg. Möchte man das ergänzen sagt man: raus bist du noch lange nicht, sag mir erst wie alt du bist.

Bonanza-Variante

Little Joe, hockt auf´m Klo, hat den Finger im Popo, kriegt ihn nicht mehr raus, und du bist aus.

Bekannte Verse

  • Eins zwei drei vier fünf sechs sieben, eine alte Frau kocht Rüben, eine alte Frau kocht Speck und du bist weg.
  • Peter hat ins Bett geschissen, gerade aufs Paradekissen, Mutter hat´s gesehen und du musst gehen.
  • Eine kleine Dickmadam zog sich eine Hose an. Die Hose krachte, Dickmadam lachte, zog sie wieder aus und du bist raus.
  • Eine kleine Micky Maus, zog sich ihre Hose aus. Zieht sie wieder an und du bist dran.
  • Feuersalamander, Beine auseinander, Beine wieder zu und raus bist du.
  • Ich und du, Müllers Kuh, Müllers Esel der bist du.
  • Ene, mene, miste was rappelt in der Kiste, ene, mene, meck und Du bist weg.

Müllers Esel, draus bist du

  • Ein Schiff fährt nach Amerika, was hat es denn geladen? Wein, Schnaps oder Bier?
    (Jetzt muss der Mitspieler ein Getränk aussuchen)
  • Wein, Wein, Wein du bist ein Schwein.
  • Schnaps, Schnaps, Schnaps du bist ein Schatz.
  • Bier, Bier, Bier du bist ein Stier.

Ein Abzählreim aus den 60er Jahren

  • John F. Kennedy kaute einen Kaugummi, spuckt ihn wieder raus und du bist draus.

Abzählreime in verschiedenen Dialekten

Auf Hessisch

  • Eine kleine Trippmadam fuhr mit einer Eisenbahn, Eisenbahn die krachte, Trippmadam die lachte, lachte bis der Schaffner kam, der sie mit zur Wache nahm.
  • Ibsche dibbsche Silwwerklibbsche, ibsche dibsche dab unn Du biss ab.
  • Ibbe dibbe dab unn Du schiebst ab.

Kurpfälzisch

  • Ene dene dorz, de Deiwl loßt en Forz, un loßt noch ener naus, un du bischt draus.

Auf Hochdeutsch

  • Ene dene Dörzchen, der Teufel lässt ein Förzchen. Er lässt´s auf´n Kuchen – und du musst suchen!

Vorderpfälzisch

  • Ene dene dorz, de Deiwl lossd en Forz, de Deiwel lossd en Drache schdeige, die Kordl is zu korz.

Badisch

  • Änne dänne doh, kappe nalle noh, ihsefalle bumenalle, änne dänne weg.
    Rennfahrer Bibele hat em Arsch a Zwiebele, furzt´s wieder raus un du bisch draus.

Schwäbisch

  • Enzele zenzele zizele zäh eichele beichele knäll.
    Enne denne dubbe denne, dubbe denne dalia, ebbe bebbe bembio, bio bio buff, und du bischt duss.

Niedersächsisch

  • Ene mene mopel, wer frisst Popel, süß und saftig, für eine Mark und achtzig, für eine Mark und zehn und du darfst gehn.

Auf Ostfriesisch

  • Ene mene micken macken, eene Fru, de kunn nich kacken, nimmt´n Stock, bohrt´n Loch, schit´n halben Heringskopp.

Auf Berlinerisch

  • Ene mene mink mank pink pank ene mene acke backe eia peia weg.

Sächsisch

  • Ene mene titschn tatschn ene in die Fresse klatschn ene noch dazu und raus bist du.

Homburg

Ein alter Abzählreim aus Homburg ist Ong dong dee. Dieser Reim besteht aus einer Reihe von Silben, die keinen Sinn haben. Meistens beginnen die Abzählreime mit Zahlen die von eins bis mindestens drei und höchstens acht gehen.

  • Ong dong dee, Kader lemer see, Lemer sie, lemer so, die Kabell in Sandimo. Sandimo die Tebberie, Teberie die Kohlebrie, Ong dong dee.

Schweizerische Abzählreime

  • Aazelle, Bölle schelle, d Chatz gaat uf Walliselle, chunt si wider hei, hät si chrummi Bei, piff, paff puff und du bisch duss.
  • Ene dene disse, d Chatz het geschisse, piff, paff, puff und du bisch duss.

Auf Elsässisch

  • Änne, dänne, Dindefass, Geh in d´Schuel un lehr din Sàch! Kummsch mer heim un kànnsch au nix. Krejsch mi´m Hewel dinni Wix!

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