Die Weltwirtschaft pokert, doch wie lange noch?

Baccara und Poker – zwei bekannte Kartenspiele von James Bond. Die Gemeinsamkeit dieser Kartenspiele mit der Wirtschaft ist nicht weit und lässt sich am ehesten mit dem „Haken im Nullsummenspiel“ beschreiben. Nullsummenspiel ist ein Begriff aus der Mathematik und beschreibt Wetten, bei der der eine all das gewinnt, was der andere verliert. Die Summe von Gewinn und Verlust beträgt immer Null.Sitzen mehrere Leute an einem Spieltisch, dann kann man von so einem Nullsummenspiel ausgehen.

Asse

Anders ist es, wenn man im Casino spielt und der Bankhalter am Tisch sitzt und gewinnt. Dann bekommt er üblicherweise 5 Prozent, was in den Topf des Casinos fließt. Unterliegen Casinos also nicht dem Nullsummenspiel? Doch. Das Casino trägt zwar keine Verlustgebühr, ist aber sowohl durch das Mischen und Ausgeben der Karten als auch durch die Inanspruchnahme einer Gebühr aktiv am Spiel beteiligt. Auch unser Wirtschaftssystem basiert auf dem Konzept des Nullsummenspiels, wenn auch mit viel mehr Schritten. Jeder Euro, den jemand verdient, wird auch von jemand anderem ausgegeben. Woher stammt also der enorme Privatbesitz, der einigen „Auserwählten“ heutzutage zu Eigen ist? Aus dem Volksvermögen. Die Menschen werden aufgefordert, immer mehr zu kaufen. Ansonsten würde die Wirtschaft ins Stocken geraten, und wir alle sind von der Wirtschaft abhängig. Doch bei jeder finanziellen Transaktion wird ein kleiner Teil abgezogen. Denn von jedem Euro, der als Steuern gezahlt wird, wandert ein Teil an das Bankensystem als Zinsleistung für das Staatsverschulden. Genauso geht ein Teil an riesige Konzerne in Form von Subventionen. Es ist zwar immer nur ein geringer Teil, doch der summiert sich zu einem unsagbaren Vermögen.

Ebenso sieht es im Casino aus. Wo das Geld letztlich herkommt, das immer wieder ausgegeben wird, interessiert niemanden. Natürlich brauchen sie alle nicht zu spielen. Doch im alltäglichen Leben ist es oft anders, da braucht man die Sachen, die gekauft werden. Gleichzeitig finanziert man jedoch nicht nur den Artikel, sondern die Steuern, die Ladenmiete, den Ölpreis für die Anlieferung etc. Scheinbar hat es bis jetzt funktioniert, denken die meisten. Die meisten haben ein Dach über dem Kopf, genügend zu Essen. Es scheint uns gar nicht so schlecht zu gehen. Doch der ein oder andere kann es eben nicht mehr bezahlen, lebt von Hartz IV. Und wie lange wird das Geld noch reichen, um diese „Verlierer des Systems“ zu bezahlen? Wenn einem Spielcasino die Spieler der Kartenspiele ausgehen, dann schließt es. Doch wie verfährt es mit der Weltwirtschaft, wenn die Kaufkraft immer mehr abnimmt? Wer finanziert dann all das, was finanziert werden muss? Bleibt zu hoffen, dass man sich die „guten alten Zeiten“ nicht irgendwann doch vergeblich zurückwünscht.

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